Köln: 04.–06.02.2023 #spogahorse

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spoga horse TOP INNOVATIONS 2021 - Eine Bühne der Kreativität

In diesen Zeiten stehen manche Räder still, aber nicht die grauen Zellen von Produktentwicklern. Die spoga horse 2021 wird in Kürze die digitale Premierenbühne für die neuen Produkte, die mehr Sicherheit, mehr Spaß oder mehr Nachhaltigkeit bringen.

Dabei werden die von einer internationalen Jury ausgewählten „spoga horse TOP INNOVATIONS“ ein besonders hell erleuchtetes Schaufenster bekommen. Das lateinische “innovare“ bedeutet „erneuern“ – und fasst in einem Wort zusammen, worum es sich bei den neuen spoga horse TOP INNOVATIONS dreht. Denn eine Innovation muss nicht immer der ganze große Wurf sein – wie ein vollständig neues Produkt – auch eine Detailverbesserung kann das tägliche Leben für Tier und Mensch erleichtern.

Bram Chardon

Foto: Bram Chardon

Bram Chardon, Spross der niederländischen Stallbetreiberfamilie Chardon und international erfolgreicher Vierspänner-Fahrer (EM-Gewinner 2019), ist Mitglied der Jury für die spoga horse TOP INNOVATIONS 2021. Gemeinsam mit sechs anderen Pferdemenschen sucht er die Perlen der Kreativität und die Geistesblitze des Ingenieurswesens. Im Gespräch mit der spoga horse plädiert er für offene Augen, Lernbereitschaft und den stetigen Willen zur Verbesserung.

spoga horse: Was bedeutet Innovation für dich als Profisportler, Trainer und Stallbetreiber?

Bram Chardon: Ich sehe das Thema Innovation nicht beschränkt auf Produkte. Innovation ist das Wesen des Reit- und Fahrsports insgesamt.

Unser Sport basiert auf Veränderung und Verbesserung: Beim Pferd, beim Reiter, bei der Haltung, bei Trainingsmethoden, Ausrüstung, Fütterung und Veterinärmedizin. Das Reiten und der Umgang mit Pferden ist ein ständiger Lern- und Verbesserungsprozess. Man muss immer bereit sein, dazuzulernen, immer offene Augen haben und offen für Neues sein. Das trifft bei mir jeden Tag zu.

spoga horse: Welches sind aus deiner Sicht die wichtigsten Innovationen in der Welt der Pferde und des Reitens in den letzten Jahren und warum?

Bram Chardon: Grundsätzlich sind sehr weitreichende Neuerungen und Veränderungen für Pferde eher schwierig. Deshalb bin ich grundsätzlich ein Freund von Detailverbesserungen. Vieles funktioniert leichter, wenn man es behutsam und Schritt für Schritt ins Training oder in das tägliche Leben des Pferdes einführt.

Grundsätzlich hat sich viel Positives in den Bereichen Stallmanagement, Gesundheitspflege und Behandlung von Pferden getan. Für mich persönlich sind eine der wertvollsten Innovationen der letzten Jahre meine Haygain Heu-Enstaubungs/Bedampfungsanlagen, die ich sogar auf Turniere mitnehmen und damit meinen Pferden die gewohnte sichere und saubere Heuqualität bieten kann.

Bram Chardon

Foto: Bram Chardon

Außerdem halte ich den Airbag für Reiter für großartig, den zum Beispiel Helite, Horse Pilot oder USG bieten – das ist ein großer Sicherheitsaspekt, nicht nur im Profisport.

Eine eher unspektakuläre, aber wichtige Neuerung für den Breitensport sind Reithelme spezifisch für Damen. Vorreiter war hier GPA, aber etliche andere Firmen haben auch erkannt, dass Frauen einfach oft mit einem Unisex-Helm nicht zurechtkommen.

spoga horse: Siehst Du eine Art Megatrend der letzten Jahre bei Innovationen?

Bram Chardon: Wichtigste Themen der letzten Jahrzehnte sind die Sicherheit und das Pferdewohl – meistens geht das natürlich Hand in Hand. Das Pferd wird heute mit anderen Augen gesehen: eher als Sportpartner und Freund. Dazu gehören Haltungsfragen, aber auch die Sicherheit beim Training und Wettkampf.Vor allem im Turniersport finde ich einige Dinge unabdingbar – wie die flexiblen Hürdenelemente, die für Pferd und Reiter sehr viel mehr Sicherheit bringen. Die Abkehr vom klassischen Dressurzylinder im Turnier halte ich ebenfalls für sinnvoll, weil ein moderner Helm für den Sportler einfach viel sicherer ist. Der erwähnte Airbag oder der Sicherheitssteigbügel gehören ebenfalls dazu und sind auch für Freizeitsportler wirklich toll.

spoga horse: Gibt es Produktbereiche, in denen Du Dir mehr Innovationen wünschen würdest - und warum?

Bram Chardon: Für die Zukunft würde ich mir Ideen für eine kostengünstigere medizinische Diagnose und Versorgung von Pferden wünschen, damit die bestmögliche Behandlung von kranken und verletzten Pferden nicht eine Frage des Geldbeutels bleibt. Unsere Pferde können nicht sprechen, wenn es irgendwo hakt, und eine genaue Diagnosestellung ist sehr kostspielig.

Foto: Bram Chardon

Foto: Bram Chardon

Zum Wohl unserer tierischen Partner wäre es also schön, wenn medizinische Diagnose und Behandlung vor Ort in den Ställen einfach und für wirklich jeden Pferdebesitzer machbar wäre – statt immer einen extrem teuren Klinikaufenthalt nötig zu machen.

spoga horse: Welche Rolle spielt die spoga horse als Treffpunkt von Industrie, Sportlern und Handel, wenn es um Innovationen geht?

Bram Chardon: Das Zusammentreffen der Community und der Austausch auf der spoga horse stimuliert Innovationen, bringt neue Ideen und motiviert jeden, der dabei sein kann. 2021 wird ein ungewöhnliches und sicher weniger spannendes Messejahr – auf der anderen Seite ist das Online-Format auch ohne großen Aufwand und Kosten für alle Beteiligten gut zugänglich, das ist das Positive daran.Trotzdem freue ich mich darauf, wenn 2022 wieder eine echte Messe vor Ort in Köln stattfindet und die Branche diesen wunderbaren Sport gemeinsam feiern kann.

Eine Innovation ist eine gute Idee, die zur Marktreife und zu wirtschaftlichem Erfolg umgesetzt wird. Die Reitsportbranche braucht gute Ideen: Freuen wir uns auf die TOP INNOVATIONS, die ihre Premiere auf der kommenden spoga horse erleben werden!

Worum geht es bei Innovationen? Die Meinungen der spoga horse TOP INNOVATIONS-Jury:

“Wenn man viele Stunden mit Pferden und Training verbringt, stellt man fest, dass die richtige Ausrüstung und Einrichtung extrem wichtig ist. Innovation muss nicht ein neues bahnbrechendes Produkt sein; auch eine kleine Anpassung kann ein Produkt funktioneller machen. Meiner Meinung nach sind es oft die kleineren Innovationen, die die besten Ergebnisse liefern."

Christina Møller
Mitglied der Geschäftsführung beim dänischen Online-Shop Horseworld Rideudstyr

Die „Nativehorses“ Bloggerinnen Bettina Rittler und Tanja Riedinger sehen den Megatrend der Branche in der fortschreitenden Digitalisierung von Training und Schulungen – und führen als Beispiel dafür die Plattform CavaLearn von Arien Aguilar und Saskia Limbeck an: Eine professionelle Schulungsplattform, die den unzähligen und qualitativ sehr unterschiedlichen Gratis-Angeboten auf YouTube und Co. eine hochwertige und fundierte Trainingsmöglichkeiten entgegensetzt.

Aber auch im Kleinen tut sich für die beiden Bloggerinnen Positives: Nach ihren ganz persönlichen Lieblings-Innovationen gefragt, steht die Reitleggings wegen ihres großen Komfortgewinns ganz oben auf der Liste.

Judy Ann Melchior, Managerin des belgischen Gestüts Zangersheide, ist immer auf der Suche nach innovativen Technologien: “Weiterentwicklungen gibt es in so vielen Bereichen, und jede ist spannend. Wir arbeiten zum Beispiel schon sehr lange mit internationalen Laboren zusammen und wenden neue Verfahren wie die Verpflanzung von Embryonen und das Klonen von Pferden auf unserem Gestüt an. Das Thema Innovation zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von Zangersheide.“

"Innovationen in unserer Branche sind die Grundlage für ein immer besseres Miteinander zwischen Pferd und Reiter. Sie machen das Zusammenleben mit unseren Pferden leichter. Unsere Pferde leben länger und gesünder, wenn wir unser Knowhow erweitern, und dieses in Produkte und Anwendungen umsetzen. Tolle Innovationen, die das Wohl der Pferde im Fokus haben, sind ein wichtiges Zeichen von Respekt diesen grandiosen Tieren gegenüber."

Arnd Wiegler
Geschäftsführer von Equiva